Exchange 2010 2-Server-DAG  

February 2, 2010 · Erstellt von Ulbrich, Uwe

(Kurzfassung des Artikels von Frank Carius aus msxfaq.de)

Die Exchange 2010 Database Availability Group (DAG) löst die Exchange 2007 Funktionen LCR, CCR und SCR komplett ab. Gerade für den Mittelstand ist die DAG aber bei einer ersten Betrachtung am ehesten mit dem Exchange Cluster zu vergleichen. Nun weiß ich selbst, dass gerade beim Thema "Cluster" bei vielen Firmen erst mal Vorbehalte bestehen, weil dazu zum einen Windows Enterprise Server erforderlich sind und der Betrieb eines Clusters auch für gewöhnlich die Komplexität steigert.

Bei der neuen Exchange Database Availability Group ist das aber etwas anderes gelagert. Zugegeben, Sie benötigen mindestens zwei Windows Enterprise Server Lizenzen und zwei Server. Im Gegensatz zu Exchange 2007 können aber die zusätzlichen Rollen CAS und HT mit auf dem Cluster installiert werden und die Funktion des Clusters ist so stark vereinfacht, dass Sie eigentlich gar nichts mehr davon bemerken.

Ich sehe ein großes Potential einer Exchange 2010 Cluster Lösung auch gerade im klassischen Mittelstand, zumindest wenn Sie über mehr als einen Server nachdenken und die Verfügbarkeit  nicht in Stunden oder gar Tagen gefordert wird.

Achtung:
Es gibt noch keine Bestätigung, dass diese Konfiguration "supported" ist.
Zudem ist der Zugriff auf öffentliche Ordner damit nicht abgedeckt, da Outlook dazu auf den Mailboxserver zugreift.

Wenn Sie allerdings die offiziellen Dokumentationen und Anleitungen studieren, dann finden Sie sich da nicht immer gleich wieder. Dort wird sehr gerne von großen Umgebungen mit zigtausend Postfächern, mehreren Exchange Postfachservern die sogar auf Redundanz bei Disks (RAID) und Backup verzichten und mehreren CAS-Servern als Array gesprochen. Aber es geht auch etwas "kleiner" und mit wenigen Einschränkungen.

Fakt ist natürlich, dass Sie zwei Server benötigen, die sich aber bei geschickter Konfiguration die Last teilen und die Funktion des jeweils anderen Servers übernehmen können. Sie gewinnen die Skalierung und eine automatische Ausfallsicherheit. Nur wie kann so eine Konfiguration aussehen?

Ich möchte ihnen auf dieser Seite zwei Konfigurationen aufzeigen, die eine interessante Option darstellen könnte. Der Kniff besteht darin, wie die Kombination aus den Rollen ClientAccess/HubTransport und Postfachrollen konfiguriert werden, damit die Clients einen "virtuellen CAS"-Server erreichen, obwohl man auf dem Cluster kein NLB einrichten kann und die wenigsten kleinen Firmen einen vorgeschalteten Loadbalancer haben.

  • DAG mit zusätzlicher Cluster-IP für CAS
    Eine Variante besteht darin, dem durch Exchange eingerichteten Cluster eine weitere IP-Adresse zugewiesen wird, welche auf einem Knoten aktiv ist und im Fehlerfall "umfällt".
  • Hyper-V Konfiguration
    Da für den Cluster sowieso "Windows Enterprise" erforderlich ist, können Sie auf einer Hardware auch bis zu vier Server virtuell betreiben. So lassen sich geclusterte Postfachserver und per NLB redundant konfigurierte CAS-Server logisch voneinander trennen.

Mehr Details zu dieser Konfiguration lesen Sie auf meiner Webseite http://www.msxfaq.de/e2010/2serverdag.htm Versehen Sie dies aber nicht als Schritt-für-Schritt-Anleitung. Eine gewissenhafte Planung und Konfiguration ist hier unterlässlich, aber würde den Rahmen dieser kurzen Anleitung sprengen.

Vergleich zu Exchange 2007

Vergleichen Sie diese beiden Alternativen einmal mit einer Exchange 2007 Verfügbarkeitslösung wie SCR oder CCR. Im Vergleich zu CCR ist die DAG natürlich schnell als Gewinner ausgemacht, da nun beide Server aktiv Daten betreiben können und die Kombination mit der CAS-Rolle, die bei Exchange 2007 noch erforderlichen zusätzlichen Server bei der zweiten Variante überflüssig macht.

Aber selbst den Vergleich zu SCR muss die DAG nicht scheuen. Auch SCR benötigt zwei Exchange Server Lizenzen und zwei Server. Zwar kann auch ein SCR-Server "überkreuz" die Datenbanken eines anderen Servers replizieren aber der Failover ist dabei nicht dynamisch. Hier muss ein Administrator immer aktiv werden, selbst wenn er "geplant" einen Server für Updates nur kurz offline nehmen möchte. Dafür ist der Aufpreis einer Windows Enterprise Lizenz sicher zu verkraften.

Für mich stellt sich beim Kunden eigentlich nur noch die Frage, ob der Kunde mit den Einschränkungen eines noch günstigeren "Single Servers" arbeiten möchte. Ich gehe aber davon aus, dass aufgrund der Bedeutung eines Mailsystems die Exchange 2010 DAG schon fast zum Massenprodukt werden kann.

Kategorien: Exchange · IT-Pro

 

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