IT in Tansania  

March 22, 2010 · Erstellt von Cink, Stefan

Im Rahmen einer 4,5 monatigen Reise durch den afrikanischen Kontinent, waren meine Frau und ich 2,5 Monate in Tansania. Dort haben wir uns nicht nur die wunderschöne Landschaft und abwechslungsreiche Tierwelt angesehen, sondern auch Arbeitskraft und Knowhow zur Verfügung gestellt. Die Erfahrungen aus der dortigen IT-Landschaft habe ich in ein paar Sätzen mal zusammengefasst.

Ein Stromausfall ist einer der klassischen Feinde eines jeden IT-Administrators. Ohne eine entsprechende USV werden mit einem Schlag sämtliche Systeme ausgeschaltet. Im schlimmsten Fall können dadurch Datenbanken zerstört oder wertvolle Daten verloren gehen. In Tansania sind Stromschwankungen ganz normal und Ausfälle durchaus an der Tagesordnung. Es gibt Tage an denen nichts passiert, an anderen Tagen gleich mehrfach und unter Umständen dauerhaft. Eine USV wird in Deutschland budgettechnisch öfter mal vernachlässigt, ist in Tansania aber ein unerlässlicher Bestandteil jeder Serverlandschaft.
Aus dem gleichen Grund werden teilweise sogar einzelne PCs durch eine USV vor Stromausfällen geschützt, vor allem wenn sie wichtige Konto- oder Geschäftsdaten enthalten.
Einen richtigen Serverbetrieb leisten sich hier allerdings nur die wenigsten Firmen. E-Mails werden in den allermeisten Fällen über Yahoo, Google, Hotmail oder einen anderen freien Anbieter gelesen und verschickt. Eine wirklich zuverlässige Spam-Abwehr ist daher auch nicht nicht möglich und beeinträchtigt die Korrespondenz erheblich.
Gerade bei Firmen oder Krankenhäusern, die nicht unbedingt Stadt nah ansässig sind, ist oft nur eine recht dünne Internetverbindung über Satellit möglich. Downloadraten zwischen 2 und 8 KBit/Sekunde sind hier an der Tagesordnung. Damit ist jede einzelne Spam-Mail nicht nur lästig sondern verursacht einen noch erheblich größeren Zeitaufwand als bei uns zu Lande.
Ein weiteres Problem das durch die langsame Internetanbindung entsteht, ist die schlechte Versorgung mit Sicherheitsupdates. Ein zentrales Management ist meist nicht möglich. Damit nicht jede einzelne Workstation versucht das SP3 für Windows XP herunterzuladen, werden die automatischen Updates kurzerhand abgeschaltet. Hinzu kommt, dass gerade in den abgelegeneren Gegenden der Virenschutz oft nicht auf dem aktuellen Stand ist, da die entsprechenden Programmupdates fehlen. Viren und sonstige Mal- und Spyware haben es dadurch noch leichter sich zu verbreiten.
Ein weiteres massives Problem ist das entsprechende Knowhow. Die sogenannten "Digital Natives" gibt es leider fast gar nicht in Afrika. Häufig kommen die Menschen hier im Rahmen einer Berufsausbildung zum ersten Mal mit einem Computer in Berührung. Oft reichen die Kenntnisse dann gerade mal aus, um Informationen aus dem Internet zu bekommen.

Kategorien: Net at Work

 

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